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Strafprozess

Das tote Kind

WDR-Sendung vom 29.10.2015

 

Eine Hebamme vor Gericht

 

Eine Hebamme steht vor Gericht, angeklagt wegen Totschlags. Eltern waren zu ihr gekommen, weil sie ihr Kind nicht in einer Klinik bekommen wollten. Dies hatten Ärzte ihnen aber geraten. Denn das Baby hatte sich vor der Geburt gedreht und lag in einer sogenannten Beckenendlage, d.h. mit den Füßen nach unten. Die Hebamme und Ärztin Anna Rockel-Löhnhoff, die über lange Erfahrungen mit Beckenendlagen verfügt, übernahm die Geburt. Und es ging schief – auf die schlimmste Art, die sich Eltern vorstellen können: Das Kind war tot. Doch wer trägt die Schuld? Ist der Hebamme ein unverzeihlicher Fehler unterlaufen? Oder war der Tod des Kindes nicht zu vermeiden?
Sendung anschauen:

http://www1.wdr.de/fernsehen/dokumentation_reportage/menschen-hautnah/sendungen/das-tote-kind-100.html

Hebamme soll für acht Jahre ins Gefängnis

Artikel aus „neues deutschland“ von julia vitalis vom 11.08.14

 

In Nordrhein-Westfalen wird seit August 2012 gegen eine Geburtshelferin wegen Totschlags verhandelt

 

Heute steht die Ärztin und Geburtshelferin Anna R. letztmalig vor dem Dortmunder Landgericht, ehe im September das Urteil in ihrem Fall fällt. Sie ist wegen Totschlags durch Unterlassen angeklagt.
[…]

In seinem Plädoyer fasst Anwalt Böhme seinen Gesamteindruck mit scharfen Worten zusammen: »Tendenziös kam mir die Behandlung der Entlastungszeugen und Gutachter vor. Wann immer ein Zeuge im Verdacht stand, auch nur ein einziges gutes Haar an der Angeklagten lassen zu wollen, wurde er mit Strafverfolgung bedroht, mit Durchsuchungen drangsaliert. Das alles war so offensichtlich, dass es kaum noch erträglich war.« Befangenheitsanträge gegen das Gericht und gegen zwei Gutachter seien jedoch abgelehnt worden.

Einer von ihnen, Prof. Axel Feige, hatte 2011 in einem Beitrag für die Zeitschrift »weiterleben« des »Arbeitskreises Kunstfehler in der Geburtshilfe« schwangeren Frauen generell unterstellt, sich durch Hinweise auf »bestimmte Marketingstrategien wie Esoterik (Homöopathie, Akupunktur, Bachblüten etc.)« zu Risiken für ihr Kind verleiten zu lassen, und forderte: »Der Spaß- und Erlebnisfaktor für die Schwangere müsste zurückgedrängt werden durch die Überlegung nach Sicherheit für sie und das Ungeborene.« Selbst durch Belegärzte begleitete Geburten beurteilt er als »eine offenkundig schadensträchtige Form der Geburtshilfe«.

weiterlesen:

http://www.neues-deutschland.de/artikel/941930.hebamme-soll-fuer-acht-jahre-ins-gefaengnis.html

Grenzen der Macht – Kommentar von Anke Bastrop

26.8.14 auf detektor.fm

 

Seit zwei Jahren steht eine Hebamme und Ärztin vor dem Dortmunder Landgericht. Sie muss sich dafür verantworten, dass bei einer natürlichen Geburt ein Kind tot zur Welt kam. Die Staatsanwaltschaft verklagt die Geburtshelferin auf Totschlag. Sie unterstellt ihr, den Tod des Kindes aus ideologischen Gründen in Kauf genommen zu haben – und fordert 8 Jahre und 3 Monate Haft sowie lebenslanges Berufsverbot.

 

Die Hebamme und Ärztin hat mehr als 30 Jahre Berufserfahrungen. Ihre Doppelqualifikation macht sie zu einer der bestausgebildeten Geburtshelferinnen Deutschlands. Sie hat als Ausbilderin gearbeitet, Vorträge gehalten und Fachartikel geschrieben. Sie ist als Gutachterin bei Gerichtsverhandlungen aufgetreten. Sie war Präsidentin des Bundes Freiberuflicher Hebammen Deutschlands. Und sie hat über 2.000 Geburten begleitet.

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Anke Bastrop.

Ich misstraue der Idee, den Menschen als Kunden, Versicherten, Absatzmarkt oder Gefahrengut zu sehen. Ich misstraue der Idee, den Menschen als Messwert, Datenmenge oder Gerät zu sehen.
Anke Bastrop
Lyrikerin und Literaturwissenschaftlerin.
 Foto: Björn Schönfeld. 

für weiterführende infos  linksammlumng hier:

www.for-me-and-my-child.com